Sprachurlaub in Italien
Italia è bella – aber nicht im Sommer. So waren meine Vorurteile: Zu heiß, Geschäfte geschlossen, Wasser knapp. So habe ich all die Jahre gedacht und meinen Italienurlaub in den Frühling oder Herbst gelegt. Dieses Jahr sind es nun gerade der Juli und der August, die ich in Italien verbringe, denn habe mich am Istituto Linguistico Mediterraneo in Pisa für einen Italienischkurs angemeldet. Und es ist ganz anders als ich dachte. Natürlich ist es heiß hier, ziemlich heiß sogar, aber die Hitze wird durch die Brise vom Meer angenehm abgemildert und ich gewöhne mir sowieso an, im Schatten zu laufen. Die Geschäfte sind – abgesehen von der mittaglichen Siesta – offen und machen gerade Sommer-Schlussverkauf. Und duschen kann ich, so oft ich will. Va bene. Diese Vorurteile sind verflogen.
Ich gewöhne mich an den italienischen Tagesrhythmus – weil er sinnvoll ist. Im Frühling habe ich nicht ganz verstanden, weshalb die Geschäfte mittags schließen, aber jetzt wird es mir mehr als einsichtig. Mittags ruht man nach dem Mittagessen aus, anstatt sich sofort wieder an die Arbeit zu quälen. Das ist gesund und angenehm. Beim Gezirpe der Zikaden ein Mittagsschläfchen zu halten, ist ein Genuss.
Dafür geht das Leben bis weit in die Nacht hinein. Deswegen geht man erst spät zum Abendessen, so um 20.00 oder 21.00 herum, was für einen deutschen Magen zunächst eine Zumutung ist. Aber was gibt es Schöneres, als abends im Freien zu speisen, ohne gleich den Pullover herauskramen zu müssen?
Bei einem solchen Abendessen kann man nun die ganze italienische Esskultur kennen lernen: wenn Magen und Geldbeutel es zulassen. Ein richtiges italienisches Menu beginnt mit dem antipasto, der Vorspeise, und serviert dann einen ersten und dann einen zweiten Gang: oft eine Pasta als primo und Fisch oder Fleisch als secondo. Halt, noch nicht die Waffen strecken. Denn danach kommt Käse, formaggio oder etwas Süßes, dolce, und ein Espresso, der hier sowieso nur caffè heißt. Zuviel gegessen? Dann macht man noch einen Spaziergang, eine passegiata, beobachtet das Treiben und hält dann noch vor dem Eissalon, der gelateria, und genehmigt sich eine dieser kühlen Köstlichkeiten.
Das TV-Programm des Nachbarn läuft bis nach Mitternacht. Gegen italienische Hörgewohnheiten bei offenem Fenster helfen auch keine Ohrstöpsel. Also finde auch ich erst gegen 1.00 Uhr Schlaf. Va bene. Dafür lässt mich der Nachbar morgens etwas länger schlafen. Um 9.00 Uhr beginnt der Unterricht. Die Zeit reicht nur für einen schnellen caffè an der bar und ein Hörnchen, ein cornetto im Stehen, ein typisches italienisches Frühstück also. Ein neuer Tag all`italiana hat begonnen.
Ps: Der Sprachkurs hat riesigen Spass, gemacht. Ich hab’ viel gerlernt. Das Freizeitangebot und die Gastfamilie wo ich untergebracht war, waren auch ganz grosse Klasse und natürlich nicht zu vergessen, die Bilderbuchlandschaft der Toskana und die endlos langen Strände der Versilia.
Also auf was noch warten, hier ist die Adresse:
Istituto Linguistico Mediterraneo Pisa und Viareggio
Via C. Battisti 3
56100 Pisa
Tel: +39 050 500399
Fax: +39 050 48157
e-mail: info@ilm.it




